Meistens beginnt man als Bezugsperson sehr engagiert mit dem Alleine bleiben Training. Sie bleiben kurz vor der Tür stehen, verlängern die Dauer langsam oder beschäftigen ihren Hund vorher besonders intensiv. Und trotzdem wird es nicht besser.
Das liegt selten daran, dass zu wenig geübt wurde. Häufig passt der Trainingsansatz nicht zur Situation des Hundes.
Alleine bleiben lässt sich einfach nicht nach einem festen Schema trainieren. Entscheidend ist immer, worin liegt die Ursache.
Fehler 1: Zu große Trainingsschritte
Ein häufiger Fehler ist, das Alleine sein Training zu schnell zu steigern. Für uns wirken wenige Minuten oft sehr kurz. Für einen Hund können sie bereits deutlich zu viel sein.
Wenn Trainingsschritte zu groß werden, erlebt der Hund wieder bereits bekannten Stress. Also ein großer Stolperstein. Training darf nicht überfordern, weil sonst die Emotionen beim Hund im Trennungsstress verstärkt werden können.
Deshalb orientiert sich Training immer daran, was der Hund aktuell gut bewältigen kann. Also immer immer immer unterhalb der Stressschwelle. So wichtig.
Fehler 2: Training beginnt zu früh beim Weggehen
Viele Trainingspläne starten direkt mit dem Alleine bleiben. Dabei liegt die eigentliche Schwierigkeit häufig schon vorher.
Manche Hunde sind im Alltag sehr angespannt. Andere finden schwer zur Ruhe oder orientieren sich stark an ihrer Bezugsperson. In solchen Situationen hilft es selten, sofort Abwesenheit zu üben.
Oft ist es sinnvoller, zuerst die Voraussetzungen für entspanntes Alleine bleiben zu verbessern. Und da sind wir wieder beim Wohlbefinden. Also erstmal die 5 Säulen des Enrichment betrachten und dann das passende Training finden.
Unklare Abläufe erschweren Lernen und verhindern Erwartungssicherheit bei deinem Hund.
Fehler 3: Leiser Stress wird übersehen
Nicht jeder Hund bellt oder zerstört Dinge. Manche bleiben ruhig sitzen und wirken unauffällig. Trotzdem können sie innerlich stark gestresst sein.
Gerade diese leisen Stresssignale werden leicht übersehen. Also Augen auf und genau hinsehen. Auch leise Signale sind erkennbar. Nicht jeder Hund muss laut sein um seinem Stress Ausdruck zu verleihen. Der einzige Unterschied ist: wir erkennen es besser.
Deshalb schauen wir im Training immer sehr genau hin, wie es dem Hund tatsächlich geht.
Fehler 4: Alleinbleiben wird isoliert trainiert
Manchmal konzentriert sich das Training ausschließlich auf das Weggehen. Dabei spielt der Alltag eine riesen Rolle.
Hunde lernen leichter alleine zu bleiben, wenn sie insgesamt mehr Sicherheit und Wohlbefinden erleben. Auch hier nehme ich immer die 5 Säulen des Enrichments dazu und so können Lücken gut geschlossen werden. Trennungsangst ist immer im ganzen System und nicht nur ein Teil davon.
Jeder Trainingsplan muss das Umfeld, den Alltag und das Individuum berücksichtigen
Fehler 5: Den einen richtigen Trainingsweg suchen
Den gibt es einfach nicht. Deshalb arbeite ich nicht nach einem festen Trainingsschema. Entscheidend ist immer, herauszufinden, welche Schritte für den einzelnen Hund sinnvoll sind.
Ein individueller Trainingsplan sorgt dafür, dass Fortschritte stabil bleiben und Training im Alltag umsetzbar ist. Fortschritte brauchen immer Zeit und orientieren sich zu 100% am Wohlbefinden beim Hund.
Wichtig ist auch, dass der Trainingsplan für den Hund, umsetzbar durch die Bezugspersonen ist. Das ist das A und O. Gerade bei Mensch-Hund Teams, die durch Trennungsangst belastet sind, muss das Training gut umsetzbar sein und auch Spass machen.
Fehler 6: Training macht keinen Spass und gerät ins Stocken
Wenn Training immer wieder ins Stocken gerät oder dein Hund weiterhin Stress zeigt, lohnt sich eine genauere Einschätzung der Situation. Häufig lassen sich schon kleine Anpassungen im Trainingsaufbau deutlich bemerkbar machen. Von draußen draufschauen ist hierbei so wichtig. Selber ist man doch so oft betriebsblind und gefangen in seiner Situation. Ich möchte Training so gestalten, dass es gerade bei diesem schweren Thema, Spass macht und auch zur guten Laune beiträgt. Auch während des Trainings.
In einem kostenfreien Erstgespräch schauen wir gemeinsam, was deinem Hund beim Alleine bleiben helfen kann.
Mehr dazu findest du hier:
→ Trennungsstress beim Hund verstehen und lösen
Wie lange Training dauern kann, liest du hier:
→ Wie lange dauert Training gegen Trennungsstress beim Hund
